Mitsubishi schickt die dritte Generation des Outlander an den Start()

Mainz, 26. Juni 2012 - Keine Frage, die Deutschen mögen SUVs aus heimischer Produktion. Doch inmitten von VW Tiguan, BMW X3 und Co. ist Mitsubishi schon seit 2003 mit dem Outlander aktiv. Nun bringen die Japaner die dritte Generation an den Start. Wir haben das neue Modell bereits unter die Lupe genommen.

Gefällige Statur
Lange Modellzyklen sind nicht die Sache des Outlander: Nach nur fünf Jahren und rund 26.000 Zulassungen in Deutschland steht jetzt der Nachfolger in den Startlöchern. Von ihm soll es übrigens keine Peugeot/Citroën-Ableger geben, wie es bisher der Fall war. Pluspunkte gibt es für die dank schmaler A-Säulen gute Übersichtlichkeit des Mitsubishi. Die markant geformte Motorhaube lässt zumindestens ansatzweise erahnen, wo der Wagen vorne endet. Positiv: Mit 4,66 Meter ist der neue Outlander nur zwei Zentimeter länger als das bisherige Modell, der Radstand von 2,67 Meter bleibt gleich.

Mit 4,66 Meter ist der neue Outlander nur zwei Zentimeter länger als sein Vorgänger

An Klasse gewonnen
Auch im Innenraum haben die Japaner spürbar Hand angelegt: Obwohl es sich bei den zur Verfügung gestellten Testwagen noch um Vorserienexemplare handelte, macht das Cockpit einen deutlich höherwertigeren Eindruck als bisher. Dafür sorgen weiche Kunststoffe und Applikationen in Klavierlackoptik. Fast alle Bedienelemente sind übersichtlich arrangiert, nur wenige Schalter wie etwa die der Sitzheizung liegen etwas versteckt. Eine gute Lösung ist die Ausformung der Mittelkonsole: Der breite obere Teil endet genau so, dass dem Fahrer darunter viel Platz für sein rechtes Knie bleibt. Kritik handeln sich die Vordersitze ein, ihnen fehlt es vor allem mit Lederpolsterung an Seitenhalt. Im Fond finden Passagiere eine gute Beinfreiheit vor, während es über den Köpfen gerne einen Hauch luftiger zugehen dürfte. Eine praktische Idee sind die vierfach in der Neigung verstellbaren Rücksitzlehnen.

Da ist mehr drin
Für die Vergrößerung des Laderaums bedarf es einiger Übung: Sitzfläche nach vorne klappen, an deren bisheriger Position einen Hebel verschieben und die Lehne umlegen. So kann beim Fünfsitzer der Gepäckraum von 591 auf bis zu 1.742 Liter erweitert werden, maximal passen 1,69 Meter lange Gegenstände ins Auto. Kritik gibt es für die nicht weit genug nach oben öffnende Heckklappe: Ab 1,85 Meter Körpergröße besteht Beulengefahr. Optional ist der Outlander auch als Siebensitzer erhältlich. Dessen versenkbare dritte Sitzreihe ist aber schon wegen der geringen Kopffreiheit eher etwas für Kinder.

Eine verchromte Leiste verbindet die Rückleuchten optisch miteinander

Dynamik mit Diesel
Den Löwenanteil der Zulassungen in Deutschland wird der Diesel ausmachen, daran zweifelt Mitsubishi nicht. Abgesehen von einer minimalen Anfahrschwäche überzeugt der 150-PS-Motor mit hoher Laufruhe und gutem Antritt. Der Schalthebel ist exakt geführt. Selbst aus dem sechsten Gang heraus zieht der Outlander schön linear von 80 auf 130 km/h und kann auch darüber noch zulegen. Diesen Eindruck belegen die nackten Zahlen: Zwischen 1.750 und 2.500 Touren stehen stämmige 380 Newtonmeter Drehmoment bereit. Das Fahrwerk des Outlander setzt auf eine komfortable Note, ohne schwammig zu sein. Abgesehen von groben Querfugen werden alle Unebenheiten souverän weggefiltert. Die Lenkung wirkt in der Mittellage zwar indifferent, bietet aber in ihrer gesamten Bandbreite eine gute Rückmeldung, dazu passt das mit 37 Zentimeter Durchmesser recht kleine Lenkrad.

Assistenten für die Spitze
Wer Assistenzsysteme mag, wird auch beim Outlander fündig: Neben einem Spurhalteassistenten und einer adaptiven Geschwindigkeitsregelung bremst ein Auffahrwarnsystem das Fahrzeug unterhalb von 30 km/h automatisch bis zum Stillstand ab. Prinzipiell ein feiner Zug, aber es bleibt völlig unverständlich, warum Mitsubishi diese Systeme einzig in einem optionalen Paket für den Automatik-Diesel in der Topausstattung "Instyle" anbietet. Überhaupt müssen Outlander-Fans immer zu einer höheren Ausstattungslinie greifen, wenn sie Extras wie Xenon-Scheinwerfer oder Ledersitze möchten. Gewiss, viele Einzelextras machen den Import aus Japan aufwendiger, doch Mitsubishi wäre bis zur endgültigen Preisfindung gut beraten, zumindest eine Handvoll Extras separat anzubieten. Finale Preisangaben gibt es noch nicht, der neue Outlander soll aber zum Markstart im September 2012 kaum mehr als bislang kosten. Das wären beim Diesel ungefähr 31.000 Euro, der Allradantrieb kostete bislang 2.000 Euro extra. Schon fest steht der Ausstattungsumfang: Dinge wie 16-Zoll-Alufelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Tempomat, CD-Radio mit USB-Schnittstelle oder Parkpiepser hinten sind inklusive.

Unaufgeregte Seitenlinie mit markantem Blechfalz über den Türgriffen

Plug-in-Hybrid startet schon 2013
Ein Highlight hat Mitsubishi für 2013 in petto. Dann kommt der Outlander PHEV, das erste Plug-in-Hybrid-Serienmodell mit permanentem Allradantrieb. Dessen Antrieb besteht aus je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse sowie einem Benzinmotor. Letzterer produziert über einen Generator elektrische Energie, hilft aber temporär auch direkt beim Antrieb mit. Das Konzept sieht drei Modi vor: Im EV-Modus verfügt das SUV über einen Allradantrieb durch die beiden Elektromotoren. Im seriellen Modus entsteht der Vortrieb genauso, nur arbeitet hier zusätzlich der Verbrennungsmotor als Lieferant von elektrischer Energie. Im parallelen Modus schließlich gibt es ebenfalls einen elektrischen Allradantrieb über die zwei E-Motoren, während der Benziner nur bei höheren Tempi Schub auf die Vorderräder beisteuert. Zur Reichweite sagt Mitsubishi, dass das Plug-in-System über 800 Kilometer ermöglicht. Zur rein elektrischen Reichweite schweigt man noch. Eine seriennahe Studie soll 50 Kilometer schaffen.

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